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Holzenergie-Contracting Nestelbach
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Heizen mit Hackgut: Bauern als Energiedienstleister, Nestelbach - Österreich

Komfortabel und kostengünstig ist die Heizung für die Bewohner einer Wohnhausanlage der ÖWGes. Wohnbaugenossenschaft in Nestelbach, Steiermark. Die 19 Wohneinheiten werden mit Hackgut beheizt. 2 Landwirte haben in das Heizsystem investiert, sie betreuen die Heizanlage und liefern das Hackgut. Die Wohnbaugenossenschaft kauft eine hochwertige Energiedienstleistung ein und braucht sich um die Heizung überhaupt nicht mehr zu kümmern. Der Steirische Waldverband übernimmt die Ausfallshaftung, sollten die Betreiber aus unvorhergesehenen kein Hackgut liefern können.

Anlagenbetreuung und Wartungsarbeiten

  • Der 100 kW KWB Kessel der Wohnhausanlage in Nestelbach hat einen Wirkungsgrad von 91% und CO-Emissionen von 90 mg/m³. Das entspricht 0,5% der Emissionen eines alten Stückholzkessels. Die Anlage verfügt über eine automatische Reinigung der Wärmetauscher, eine Mikroprozessorsteuerung und eine automatische Fehlermeldung an den Betreiber via Mobiltelefon.
  • Der Betrieb einer Holzheizungsanlage ist etwas arbeitsaufwendiger als der einer Öl- oder Gasheizung. Folgende Arbeiten werden von den Betreibern erbracht:
  • monatliche Belieferung mit Hackgut (erspart kostspieligen großen Lagerraum)
  • Sichtkontrolle des Kessels 2x pro Woche
  • Entfernung der Asche 2x pro Monat, jeweils etwa 2 Kübel voll (Nutzung als Dünger)
  • 3 Kugellager müssen 2x pro Heizsaison gefettet werden
  • Kehrung und Reinigung des Kessels drei mal pro Jahr durch den Rauchfangkehrer
  • Jahresservice des Kessels durch den Hersteller (im Rahmen eines Wartungsvertrags)

Vorteile des Modells

  • Die bäuerlichen Betreiber können Förderungen für die Errichtung der Heizanlage in Anspruch nehmen (ca. 30-40%).
  • Senkung der Baukosten für den Bauträger
  • Bauträger bzw. Hausverwaltung ist nicht mit dem Betrieb der Heizanlage befasst. Die Heizkostenabrechnung wird durch die Betreiber abgewickelt.
  • Niedrige Heizkosten für die Bewohner der Wohnhausanlage.
  • Hohe Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Ölpreisschwankungen.
  • Regionale Wertschöpfung.

Hackgut oder Pellets ?

  • Hackgut ist kostengünstiger als Pellets und kann meist lokal bereitgestellt werden
  • Die Qualität des Hackguts spielt eine entscheidende Rolle: feuchtes Hackgut und große Holzstücke im Hackgut können Betriebsprobleme verursachen.
  • Daher sollte der Hackgutlieferant am besten selbst für den Betrieb der Anlage verantwortlich sein oder eine Qualitässicherung nachweisen.
  • Pellets weisen dagegen eine einheitliche Qualität auf und benötigen deutlich weniger Lagerraum.
  • Sie kommen vor allem dort zum Einsatz, wo keine Energiedienstleister oder lokalen Hackgutlieferanten verfügbar sind.
  • Anzustreben ist ein Heizsystem, das beide Brennstoffe nutzen kann.

Betriebsstörungen

  • Ein hochwertiger Kessel mit guten Referenzen im Wohnbau weist heute kaum Störungen auf
  • In Nestelbach kommt es 1-2 mal pro Heizsaison zu Störungen, meist durch zu große Holzstücke im Hackgut – diese sind in der Regel binnen 5 Minuten zu beheben
  • Die Anlage verständigt den Betreiber automatisch via SMS über die Störung

Technische Daten:

  • Heizlast: 100 kW
  • Wärmebedarf: 140.000 kWh / Jahr
  • Hackgutverbrauch: 260 m³ (Fichte)
  • Lagervolumen: 50 m³

Wirtschaftliche Daten:

  • Investitionskosten:
  • Kessel und Brennstoffzufuhr: 17.500 €
  • Lagerraum: 22.000 €
  • Installationen: 4.400 €
  • Gesamtinvestition: 43.900 €
  • Investitionsförderung: 40%
  • Wärmekosten (exkl. Ust.):
  • Baukostenanteil: € 254,- /kW
  • Grundpreis: € 14,5 / kW und Jahr
  • Messpreis: € 18,- pro Monat
  • W ärmepreis: € 47,- / MWh

Der Mann hinter dem Erfolg:

Herbert Lammer, Regionalenergie Steiermark: “Unsere Organisation wurde durch den Steirischen Waldverband gegründet, um Bauern dabei zu unterstützen, kleine Wärmedienstleistungsunternehmen aufzubauen. Wir suchen den Kontakt zu Bauträgern und identifizieren geeignete Projekte. In der Folge unterstützen wir die Bauern bei der Umsetzung, von der ersten Idee über die Unternehmensgründung, den Abschluss entsprechender Verträge bis hin zum routinemässigen Betrieb. Seit 1995 konnten wir 85 solcher Projekte bis zur Realisierung begleiten.“